Ich bin auch entzückt

Jetzt gibts die letzten Tomaten und Auberginen, da gilt es nochmal zuzuschlagen. Sehr gut eignet sich dafür der türkisch-griechische Klassiker İmam bayıldı (oder griechisch eben Ιμάμ Μπαϊλντί), zu deutsch ‘der Imam war entzückt’. Aus den meisten Restaurants kenne ich das als recht öl-lastige Angelegenheit, die meist auch noch Hackfleisch enthält und zusammen mit Reis serviert wird. Wie alle Klassiker eher was für Schwerarbeiter. Im Spätsommer habe ich in einem griechischen Restaurant eine Variante gegessen, die mich das Rezept immer wieder nachkochen lässt. Leicht, lecker und sehr gemüselastig. Öl war da natürlich auch dran, aber so, dass es die Galle überlebt.  Im Original war kein Käse dran, es gab aber Joghurt dazu (und einen Salat, ein echter Gemüseschock). Ich mache manchmal auch Kartoffeln rein, aber nur wenn ich keine Reste zum Einfrieren erwarte. Oder grüne Bohnen (oder weiße Bohnen), Kapern, was auch immer da ist.

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İmam bayıldı

Zutaten:

  • 4 große Auberginen
  • Olivenöl
  • Zwiebeln in Scheiben
  • Knoblauch, fein gehackt
  • Paprika in große Würfel
  • Tomaten, gehackt
  • Karotten in Scheiben

Zubereitung:

Zuerst werden die Auberginen gebacken: Dazu muss man sie waschen, dann der Länge nach halbieren, mit Öl einpinseln und mit der Schnittfläche nach unten auf einem Backblech im Ofen garen (Umluft, 160° reicht), bis sie weich sind. Die Dauer hängt natürlich von der Größe ab, mit einer halben Stunde muss man schon rechnen.

Dann erhitzt man ein paar Eßlöffel Olivenöl in einem großen Topf, schmort darin die Zwiebeln an, dann kommt der Knoblauch dazu, der natürlich nicht dunkel werden darf. Dazu kommen jetzt die Karottenscheiben, das Ganze gieße ich mit Brühe oder Weißwein ab (was grad da ist) und schmore es, bis die Karotten etwas weich sind. Dann kommt das restliche Gemüse dazu und der Deckel drauf, an Gewürzen erst mal nur Salz und Pfeffer. Jetzt darf das Gemüse schmurgeln, bis alles schön weich ist. Übrigens nehme ich nur frische Tomaten, Dosentomaten bringen hier eine ganz andere Richtung rein, das mag ich nicht.

Am Schluß kann man noch ein paar Kräuter dazugeben, Petersilie oder Basilikum bieten sich hier an. Dann abschmecken. Wer mag, kann auch etwas Chili dazugeben, passt auch schön.

Dann nimmt man die Auberginen aus dem Ofen, mit der Schnittfläche nach oben und schneidet sie nochmal der Länge nach ein (nicht durch!) und drückt sie seitlich etwas auseinander. Auf die Auberginen wird dann die Gemüsefüllung gehäuft und mit Schafskäse bestreut nochmal überbacken. Den Käse kann man gerne auch weglassen, dann passt ein Schälchen Joghurt gut dazu.

Spitzkohl in Kokosmilch

Unter der Woche wird bei uns in der Regel vegetarisch gegessen, da sind passende Rezepte immer gefragt. Frei nach einer Vorlage von Hugh Fearnley-Whittingstall gab es Spitzkohl in Kokosmilch. Das Original sieht Lauch vor, aber unser Bio-Stand hat zur Zeit wunderschönen jungen Spitzkohl. Der ist viel lockerer als normales Weißkraut und sehr viel milder. Das ganz wird mit nur wenigen Zutaten aufgepeppt, farblich und geschmacklich am schönsten ist grüne Currypaste dazu, es geht aber auch mit roter. Die grüne Currypaste, die ich beim zweiten Mal genommen habe, ist selbstgemacht, eine Mischung aus verschiedensten Rezepten. Die verwendet Knoblauch-Ingwer-Paste ist eine Mischung aus Knoblauch und Ingwer zu gleichen Teilen, fein püriert mit Öl. In einem sauberen Gläschen im Kühlschrank hält sich das recht lange.

Spitzkohl in Kokosmilch

(3 Personen)

Zutaten:

  • 1 mittelgroßer Spitzkohl ca. 750g
  • Öl
  • 1 EL Knoblauch-Ingwer-Paste oder 2 Knoblauchzehen und etwas geriebenen Ingwer
  • 1 TL Currypaste
  • 200 ml Kokosmilch
  • Salz und Pfeffer
  • 25g Pistazien oder andere geröstete Nüsse

Zubereitung:

Vom Spitzkohl die äußeren Blätter entfernen, falls sie nicht mehr knackig sind, dann der Länge nach achteln, den Strunk entfernen und dann quer in Streifen schneiden. Etwas Öl im Wok erhitzen und die Knoblauch-Ingwerpaste anschwitzen. Das Kraut dazugeben und ein paar Minuten garen, bis es etwas zusammenfällt. Dann die Currypaste und die Kokosmilch dazugeben und köcheln bis das Gemüse gegart ist, der Kohl darf ruhig noch etwas knackig sein. Salzen und pfeffern, mit den Nüssen bestreuen und mit Basmatireis servieren.

Brokkolisalat mit Sesamdressing

Im Kühlschrank lauerten noch zwei Brokkoliköpfe, ansonsten war aber ziemlich Ebbe im Kühlschrank. Glücklicherweise führt mich mein Heimweg an einem asiatischen Laden vorbei, dort habe ich Koriandergrün, Sojasprossen und Mirin erstanden. Zusammen versetzte mich das in die Lage einen Brokkolisalat nach Yotam Ottolenghis Genussvoll Vegetarisch zu machen. Es empfiehlt sich, den Brokkoli nicht so verkochen zu lassen, wie bei mir, es hat aber trotzdem gut geschmeckt und Mr Hudson und mir am nächsten Tag noch ein Mittagessen beschert.

Brokkolisalat mit Sesamdressing

(nach Yotam Ottolenghi: Genussvoll vegetarisch)

Zutaten:

  • 2 mittlere Brokkoliköpfe, gewaschen und geputzt
  • 1 Handvoll Sojasprossen
  • chinesische Nudeln
  • Koriandergrün nach Belieben
  • Schwarzkümmel
  • 50g Tahini
  • Chilipulver
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 EL Sojasauce
  • 1/2 TL Honig
  • 1 EL Apfelessig
  • 1,5 EL Mirin
  • Salz

Zubereitung:

Der Brokkoli wird in mundgerechte Stücke geteilt und im Dampf gegart. Die Nudeln werden nach Packungsanweisung gekocht, bis sie gar sind. Im selben Wasser habe ich die Sojasprossen ca. 2 Minuten blanchiert.

Für die Sauce wird Tahini mit soviel Wasser verrührt, dass eine dickflüssige Sauce entsteht. Dann Knoblauch, Sojasauce, Honig, Essig und Mirin hinzufügen. Mit Salz und Chili abschmecken.

Wenn alle Zutaten gar sind, werden sie mit dem Dressing verrührt und nochmal mit Salz bzw. Chili abgeschmeckt. Zum Schluß kommen noch gehacktes Koriandergrün und Schwarzkümmel drauf. Wer mag kann auch gerösteten Sesam drübergeben (so das Originalrezept), ich hatte aber vergessen, diesen beizeiten zu rösten.

 

Karotten-Hummus

Die Idee zum Karotten-Hummus habe ich im Buchladen aus einem vegetarischen Kochbuch stibitzt, das mir sonst nicht sehr zugesagt hat. Geht schnell und passt gut zu allem Gebratenem, sei es Fisch, Fleisch oder Tofu. Bei uns gab’s Lammkoteletts dazu.

 

Zutaten:

  • 2 große Karotten
  • 1 kl. Dose Kichererbsen (oder frische, dann gehts halt länger)
  • 1 EL gehackte getrocknete Tomaten
  • 2-3 EL Tahini
  • Limetten- oder Zitronensaft
  • Kreuzkümmel
  • Knoblauch, gepresst
  • Salz
  • Olivenöl
  • etwas kleingehackte Petersilie oder Koriandergrün

Zubereitung:

Karotten kochen, zum Schluß die abgewaschenen Kicherbsen und getrockneten Tomaten dazugeben, damit sie heiß werden.  Dann abschütten (Gemüsewasser aufheben) und mit Tahin und etwas Olivenöl pürieren. Wenn es zu fest wird noch etwas vom Gemüsekochwasser dazugeben. Mit den restlichen Zutaten abschmecken. Kichererbsen schlucken einiges an Salz und Zitrone, also ein bißchen stehenlassen und kurz vor dem Essen nochmal probieren.

Zucchini mit Raukepesto

Den ganzen Sommer über essen wir Zucchini-Carpaccio in den verschiedensten Varianten, jetzt wo es ein bisschen kühler wird, haben wir eine weitere Variante ausprobiert. Die Zucchinischeiben werden in der Pfanne kurz gebraten und aus der Rauke und dem Käse wird ein Pesto. Das Pesto habe ich nach einem Rezept von Joshua Clever etwas abgewandelt. Als Käse hatte ich einen eher milden französischen Blauschimmel, hier kann man mit schärferem Käse, z.B. Roquefort sehr schön am Geschmack drehen.

Zucchini mit Raukepesto

(für 2 Personen als Vorspeise)

Zutaten:

  • 1 mittelgroßer Zucchino
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 1/2 Bund Rauke
  • ein paar Blätter Minze
  • 30-50g Blauschimmelkäse
  • 40g Walnüsse
  • Olivenöl
  • Salz und Pfeffer

Zubereitung:

Die Zucchini werden in ca. 5 mm dicke Scheiben geschnitten und in Olivenöl kurz gebraten bis sie Farbe haben. Danach auf Küchenpapier abtropfen lassen.

Die Rauke wird gewaschen und geputzt, ebenso die Minze. Die Walnüsse werden in einer trockenen Pfanne etwas geröstet. Alle Zutaten in einem Mixer pürieren: zuerst die Blätter einschichten, dann mit Nüssen, Käse und Öl beschweren, dann mischt sich das schneller. Den Knoblauch gebe ich gepresst dazu, damit sicher keine Stückchen bleiben. Öl nimmt man, soviel es braucht, um die Masse geschmeidig zu machen.  Am Schluß großzügig mit Pfeffer und vorsichtig mit Salz abschmecken.

Die Zucchinischeiben auf einem Teller auslegen und etwas Pesto draufgeben. Wer Fingerfood machen will, deckt jede Scheibe mit Pesto nochmal mit einer weiteren Scheibe Zucchini ab.

 

Dip auf syrisch

Meine neueste Errungenschaft – Granatapfel, Sumach & Zitrusduft von Silvana Rowe – ist ein echtes Schätzchen. Wenn das Buch jetzt noch ein Lesebändchen hätte, würde ich ihm volle Punktzahl geben. Das erste Rezept daraus ist ein Dip aus Damaskus: Zucchini-Moutabel. Das Rezept ist einfach, etwas aufwendig, aber es lohnt sich. Im Original wird gehackte Petersilie daruntergemischt, ich habe mich für etwas Chili entschieden.

Zucchini-Moutabel

(nach Silvena Rowe: Granatapfel, Sumach & Zitrusduft)

für 6 Portionen:

Zutaten:

  • 3 mittelgroße Zucchini
  • 4 EL Olivenöl
  • Saft einer halben Zitrone
  • 2 EL Tahini
  • 2 EL Naturjoghurt
  • 1 TL Chili
  • Salz

Zubereitung:

Die Zucchini längs in hauchdünne Scheiben (Sparschäler!) schneiden, im heißen Olivenöl goldgelb backen und auf Küchenpaper abtropfen lassen. Dann mit den restlichen Zutaten mischen und grob zerstampfen.  Auf gerösteten Brotscheiben servieren.

Karottenrösti

Ein leckeres Rezept aus meinem neuesten Lieblingskochbuch: Vegetarisch vom Feinsten von Bettina Matthei. Ich bin quasi direkt aus dem Buchladen zum Einkaufen (da lobe ich mir Läden mit Sitzbänken!) und habe alles gekauft, von dem ich glaubte, dass es noch fehlt. Ein paar Irrtümer gibts da immer, so dass ich ein bisschen am Rezept ändern musste. Trotzdem sehr lecker! Statt des empfohlenen Curry-Soja-Dips (ha, das mit dem Curry seh ich erst jetzt!) mit Tofu, habe ich Joghurt mit Mangochutney und süß-saurer Chilisauce verrührt.

Nussige Karotten-Rösti

(für 2-3 Personen, nach Bettina Matthaei: Vegetarisch vom Feinsten)

Zutaten:

  • 500g Karotten
  • 50g Walnüsse (Haselnüsse und Kürbiskerne)
  • 2 Schalotten
  • 1/2 Bund Petersilie (1 TL getrocknete Minze)
  • 2 Eier
  • Salz & Pfeffer
  • 60g Mehl
  • 60g feine Haferflocken (grobe)
  • 1/2 TL Chiliflocken (Pul Biber)
  • Olivenöl

Zubereitung:

1. Die Karotten putzen und mittelfein raspeln. Die Nüsse grob, die Schalotten fein hacken. Petersilie waschen und ebenfalls hacken.

2. Die Eier mit Salz und Pfeffer verrühren, das Mehl dazugeben und zu einem glatten Teig rühren. Die restlichen Zutaten dazugeben und gut vermischen. 15 Minuten quellen lassen.

3. Zwei Pfannen mit Öl erhitzen. Aus der Masse kleine Kugeln formen, fest zusammendrücken, dann flachdrücken. Auf beiden Seiten braten. Im Rezept sind 2 Minuten pro Seite angegeben, das erschien mir zu wenig. Ich hatte sie insgesamt 10 Minuten in der Pfanne, damit die Karotten auch weich wurden.

4. Heiß mit einem kalten Dip servieren.