Abenteuer Sauerteig

Nein, abenteuerlich war es eigentlich nicht, aber aufregend schon. Ich backe seit Jahren mit Sauerteig, allerdings immer nur Roggen-Vollkornfladen. Mein Brot war nie so, wie ich es mir vorgestellt habe, die Fladen dagegen richtig prima. Und zum Mitnehmen ins Büro sowieso praktischer.

Jetzt hat mich aber wieder mal der Ehrgeiz gepackt. Also hab ich das Sauerteigbuch von Pöt bestellt und mal von Grund auf nachgelesen. Sehr lehrreich! Und gut und verständlich geschrieben. Letzte Woche habe ich also einen getrockneten Weizensauerteig aus den Tiefen des Vorratsschranks ausgegraben und gefüttert. Er war ein bisschen schwach auf der Brust, drum hätt ich ihn fast schon entsorgt. Nun habe ich ihn aber 5 Tage lang morgens und abends gefüttert und siehe da, es blubberte und gärte und roch sehr fein und säuerlich. Sehr lecker. Am Samstag habe ich dann ein Weizenbrot gebacken, bei der Gelegenheit kamen dann die ebenfalls neu erstandenen Gärkörbchen zum Einsatz. (Nun stellt sich nur die Frage, wie man die Dinger wieder sauber sprich mehlfrei bekommt. Spülen?)

Das Brot war wunderbar aufgegangen und hätt ich nicht die beiden Laibe zu nah nebeneinander auf den Backstein befördert, wären sie auch nicht zusammengebacken und wären perfekt geworden. In puncto Geschmack und Spass war es aber nahezu perfekt. Einer der Laibe wurde noch warm als Gastgeschenk mit zu Freunden genommen und hat in Teilen den Abend nicht überlebt.

Weizenbrot mit Sauerteig

Quelle: Der Sauerteig – das unbekannte Wesen

Menge: 2 Brote à 800g

Zutaten:

  • 250g Weizenschrot
  • 500g Weizenmehl 1150
  • 500g Weizen frisch gemahlen
  • 400g Sauerteig
  • knapp 0,5l Wasser
  • 1 gehäufter EL Salz (ruhig großzügig!)
  • 1 EL Kümmel
  • 1 EL Anis
  • 1 EL Brotklee

Zubereitung:

Am Vortag:  den Weizenschrot als Quellstück einweichen.

Am Backtag: den Brotklee habe ich zusammen mit dem Getreide gemahlen. Alle Zutaten zusammenmischen und 5 Minuten in der Kenwood kneten. Teig 20 Minuten ruhen lassen, dann nochmal 10 Minuten kneten lassen. Danach habe ich den Teig auf dem Brett halbiert, nochmal geknetet und rundgewirkt. Keine Ahnung, ob das notwendig war, aber es fühlte sich gut an. Die beiden Hälften habe ich zu länglichen Laiben gearbeitet, gemehlt und in die ebenfalls gemehlten (sicher ist sicher) Gärkörbchen verfrachtet. Abgedeckt an einem warmen Platz waren sie zwei Stunden später deutlich aufgegangen.

Zwischenzeitlich hatte ich den Backofen mit dem Backstein bestückt und auf 250°C Umlauft aufgeheizt. Die beiden Broten wurden nun einzeln auf den Brotschieber mit Backpapier gestürzt und auf den Stein geschubst. Der Ofen wird auf Ober-/Unterhitze geschaltet und nach 20 Minuten die Hitze auf 180°C reduziert. Die Brote haben noch 40 Minuten gebacken, dann auf dem Rost abgekühlt.

6 thoughts on “Abenteuer Sauerteig

  1. Das Körbchen auf gar keinen Fall spülen, nur ausschlagen! Warum klappt es mit Roggen nicht? Das Brot sieht doch klasse aus!

  2. Danke für die Blumen (und den Tipp)🙂 Ich glaub meine Teige sind einfach notorisch zu feucht, das läuft dann gerne auseinander. Du solltest mal meinen Leinsamenfladen (eigentlich -brot) sehen…

    • Der Teig läuft nicht deswegen auseinander, weil er zu weich (nicht feucht!) ist, sondern, weil er vermutlich nicht gewirkt wurde. Wirken: Sauerteigbuch Seite 71 und 72.
      Und wenn auch: Fladen sind auch Brote…
      Vielen Dank für die netten Worte zum Buch!
      Gruß!
      Pöt

      • Hey, gern geschehn🙂 Ist ja auch wirklich sehr nützlich und gut geschrieben. Ich werd mir das Wirken nochmal zur Brust nehmen, versprochen🙂

  3. Ich habe mir einen kleinen Besen zugelegt um das Gärkörbchen, wenn keine Feuchtigkeit mehr vorhanden ist, auszufegen. Funktioniert sehr gut.

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