Weihnachtsguetsle – Zimmetbrödchen

Als Auftakt zur diesjährigen Weihnachtsbäckerei gab es ein Rezept aus dem ‚Kochbuch der Catharina Fehr, herausgegeben von Angelus Hux und Walter Müller‘. Diese lebte von 1792-1872 in Frauenfeld, war die Tochter des letzten Schultheissen von Frauenfeld und führte, da sie unverheiratet blieb, ihrem Bruder, dem Pfarrer, den Haushalt. Das Kochbuch schrieb sie zusammen mit ihrer jüngeren Schwester Elisabeth. Dort finden sich nicht nur Rezepte für Husten und Engbrüstigkeit, für Essig zum Anstreichen für schwache Personen oder Laxier-Trank, sondern eben auch viele leckere Rezepte. Netterweise gibt es genau ein Gemüserezept und was mir besonders gut gefällt, einen eingelegten Zettel (in Sütterlinschrift), so wie das in handgeschriebenen Kochbüchern eben so war. Die Rezepte sind Wort für Wort wiedergegeben, die Mengen (wenn’s denn welche gibt) stehen freundlicherweise in modernen Maßen da.

Das Rezept sieht 1 Loth Zimt vor, das sind 16g. Und das hab ich mich echt nicht getraut, also hab ich viel weniger genommen, vielleicht knapp 2 TL.  Die Häufchen habe ich jeweils mit einer Haselnuss gekrönt.

Zimmetbrödchen – Rezept von Frau Meier

Zutaten:

  • 250g Zucker
  • 3 Eier
  • 250g Mehl
  • 16g Zimt (Ruby: 6g)
  • Schale einer Zitrone
  • wer mag: Anis, Mandeln, ganze Haselnüsse

Zubereitung:

Die 3 Eier lässt man in der Küchenmaschine verquirlen, dann kommt der Zucker dazu (ich hab braunen genommen). Das Ganze lässt man ein paar Minuten in der Küchenmaschine rühren (von Hand: 1/2 Stunde!). Dann werden Mehl, Zimt und die anderen Zutaten daruntergemischt. Man setzt den Teig mit Löffeln auf ein Blech mit Backpapier  und bäckt 10-12 Minuten bei 160° Umluft (180° Ober-/Unterhitze). Die Häufchen laufen anfangs etwas auseinander, darum nicht zu nah zusammensetzen.

 

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Geiseln eingetroffen

Genau das Richtige nach einem veritablen Augenroll-Tag im Büro: auch bei mir sind heute die Geiseln aus dem Europäischen Keks-Geiseltausch eingetroffen. Und dann auch noch gleich sechs Sorten! Eine von den Holunderterrassen musste ich gleich essen, lecker und  ausgesprochen gut für  Nerven und das seelische Gleichgewicht! Einfach guad, halt. Ich freu mich schon auf die anderen.

Einen Nikolaus hab ich auch noch gekriegt, und auch einen lieben Brief. Vielen Dank, Andrea!

Weihnachtsguetsle – Totenbeinli

Zugegeben, der Name ist reichlich makaber. Und früher wurden diese Kekse bei Beerdigungen zum Kaffee gereicht. Aber sie schmecken sehr lecker und wen’s stört, der kann sie auch Nußstängel nennen. Das Rezept ist von Monika Hild-Renz und wurde in der Badischen Zeitung veröffentlicht.

These cookies are named for their semblance to small, pale bones. In former times they were served for funeral coffees, but it would be a shame only  to bake them on such grim occasions. If you don’t like the name, just call them Nut Sticks. This is a recipe by Monika Hild-Renz which was published in the Badische Zeitung.

Totenbeinli

Zutaten:

  • 200g Mandeln
  • 125g Butter
  • 250g Zucker
  • abgeriebene Schale einer Zitrone
  • 4 Eier
  • 1/2 TL Zimt
  • 1 Msp gemahlene Nelken
  • 1 Prise Salz
  • 50g geriebene Mandeln
  • 500g Mehl
  • 1 Eiweiß

Zubereitung:

Geschälte Mandeln in der Pfanne ohne Fett rösten und abkühlen lassen. Butter und Zucker cremig rühren, abgeriebene Zitronenschale, Eier, Zimt, Nelken, Salz, die geriebenen Mandeln und die ganzen Mandeln zugeben.

Dann das Mehl nach und nach unterkneten und den Teig über Nacht ruhen lassen. Den Teig ca. 1 cm dick ausrollen und fingerlange, fingerbreite Streifen schneiden. Diese mit Eiweiß bepinseln und auf dem Blech bei 180°C 10 bis 15 Minuten backen. Sie sind fertig, wenn sie von unten anfangen, leicht zu bräunen.

Totenbeinli (english)

  • 200g almonds
  • 125g butter
  • 250g sugar
  • grated zest from a lemon
  • 4 eggs
  • 1/2 tsp cinnamon
  • 1 pinch groud cloves
  • 1 pinch salt
  • 50g almonds, ground
  • 500g Mehl
  • 1 egg white

Roast the whole almonds in a pan without oil until fragrant, then let them cool. Cream butter and sugar together, add lemon zest, eggs, cinamon, cloves, salt, ground and whole almonds. Then fold in the flour. Let rest over night in a cool, but not cold place.

Roll out the dough to a thickness of 1cm, then cut into sticks as long and thick as a finger (1x6cm).  Brush the cookies with egg white and bake them 10 to 15 minutes at 180°C. They are done when the bottoms start getting slightly brown.

Weihnachtsguetsle – Vanillehörnchen

Noch ein Rezept meiner Urgroßmutter. Es gibt viele Rezepte, in denen Vanillehörnchen in Puderzucker gewälzt werden, bei uns hat man aber immer schon Streuzucker genommen und so mag ichs auch lieber. Die Hörnchen sind sehr fragil, für Mr Hudson ein Grund, dass keine verschickt und verschenkt werden dürfen, sondern alle selbst gegessen werden müssen.

Another recipe from my great-grandmother. Usually Vanilla Crescents are covered in powdered sugar, I prefer them covered in caster sugar. They are pretty fragile, so try and be careful handling them.

Vanillehörnchen

Zutaten:

  • 50g Zucker
  • 50g geschälte, gemahlene Mandeln
  • 150g Butter
  • 200g Mehl
  • Vanillezucker zum Wälzen

Alle Zutaten zu einem Teig verkneten, Hörnchen formen, nach dem Backen nur kurz abkühlen lassen und in Vanillezucker wälzen. Sind die Hörnchen zu heiß, brechen sie, sind sie zu kalt, hält der Zucker nicht mehr.

Als Vanillezucker benutze ich normalen Zucker, der in einem Glas mit ein paar ausgekratzten Vanilleschoten lagert und so deren Aroma angenommen hat. Wenn der Zucker weniger wird, fülle ich einfach wieder auf.

Meine werte Urgroßmama war noch nicht der  Notwendigkeit ausgesetzt, Backtemperaturen anzugeben, Backzeiten waren dann wohl eher eine Frage, wie heiß der Ofen halt war. Ich backe diese Dinge meist mit 160°C Umluft, hat bisher immer prima geklappt.

Vanilla Crescents

  • 50g sugar
  • 50g almonds. peeled and ground
  • 150g butter
  • 200g flour
  • vanilla sugar

Knead ingredients together and form crescents. Bake, then let cool slightly and press carefully into vanilla sugar. If the crescents are too hot, they crumble easily, if they are too cold, the sugar won’t cling.

I make my vanilla sugar from caster sugar which I keep in a jar together with used vanilla pods. You can refill the sugar time and again, the vanilla pods will give aroma for a long time.

My dear great-granny didn’t care to give  baking temperatures, I guess if the fire was good, she just put in the cookie sheets. Or maybe she just dictated the recipes and had the kitchen help bake them.  Anyway, I normaly bake them in a  160° to 180°C oven till done.

Weihnachtsguetsle – Bärentatzen

Dies ist eines der Rezepte für Weihnachtsgebäck meiner Urgroßmutter, die sie 1924 aufgeschrieben hat. Die Bärentatzen waren auch unter den Geiseln, die ich freigelassen habe.

The recipe for Bear Paws is one of those my great-grandmother wrote down in 1924. It is my favourite one and Bear Paws were among the hostages I set free last week for the European Exchange of Cookie Hostages organized by Anikó.

Bärentatzen:

Zutaten:

  • 6 Eiweiß
  • 500g Zucker
  • 125g Kakao
  • 625g geriebene Mandeln

Zubereitung:

Eiweiß steif schlagen, dann die restlichen Zutaten untermischen.

Den Holzmodel mit einer Mischung aus Mehl und Zucker ausstäuben und Teigportionen reindrücken, dann rausklopfen. Im Zweifelsfall geht es auch ohne Model, indem man einfach Kugeln formt und ein bißchen plattdrückt. Ich habe den Model einfach auf die Kugeln aufgedrückt, damit sie ein bisschen Form bekamen.

Backen bei 160°C (Umluft) oder 180°C Ober-/Unterhitze, ca. 10-12 Minuten.

Bear Paws

  • 6 egg whites
  • 500g sugar
  • 125g cocoa powder
  • 625g ground almonds

Beat the egg whites until stiff, then fold in the other ingredients. Form small balls and flatten them a little. If you have a mold like shown in the picture above use this: first press the mold into mixture of flour and sugar, then use it to form the paws.

Bake in the oven for 10-12 minutes (180°C)

Weihnachtsguetsle

So. Unser Provider provided wieder, die Erkältung ist, wenn auch widerwillig, ihres Wegs gezogen und die Weihnachtsbäckerei hat ein – zumindest vorläufiges – Ende gefunden. Ich bin noch völlig erledigt vom Backen, außerdem sind mir die Essiggurken ausgegangen – ein unverzichtbares Gegenmittel bei Backorgien.

Hier also die Ausbeute, erste Probepäckchen wurden schon heute nacht an Nachbars Türen gehängt, schließlich ist ja Nikolaus. Und morgen werden die Keksgeiseln auf den Weg geschickt.

Bärentatzen

Helenenschnitten

Nußkugeln

Orangensterne

Schwarzwaldgipfel

Totenbeinli

Vanillehörnchen

Lebkuchen

Die Rezepte sind eine Mischung aus LeserInnenrezepten der Badischen Zeitung und des Südkurier, andere sind aus der Kategorie Oldies but Goldies, aus dem Rezeptbuch meiner Urgroßmutter.  Die genauen Rezepte folgen in den nächsten Tagen, das für die Lebkuchen behalt ich aber lieber für mich, die Dinger sind der absolute Murks.

Liebe auf den zweiten Blick: Oliven und Schokolade

For english version please scroll down

Blog-Event LI - Rund um den Olivenbaum - Oliven & Olivenöl (Einsendeschluss 15. November 2009)Was auf den ersten Blick grauenhaft klingt (Oliven und Schokolade? bäh!), ist in der Tat sehr lecker und folglich genau das richtige für das aktuelle Blogevent im Kochtopf Rund um den Olivenbaum – Oliven und Olivenöl.

Das Rezept ist von Norbert Niederkofler, Küchenchef im Restaurant St. Hubertus in St. Kassian, Südtirol und wurde in dem Feinschmecker Bookazine (aua) Alles über Olivenöl veröffentlicht.

Die im Rezept verlangten gewässerten Oliven hatte ich nicht, es wird auch nicht gesagt wie lange die Dinger gewässert werden sollten. Ich habe die Oliven entsteint und vor dem Kleinhacken 10 Minuten in Wasser gelegt. Ich hatte auch nicht die Zeit, den Teig 2 Stunden ruhen zu lassen, 1 Stunde hat aber offensichtlich ausgereicht, zumindest fehlte meinen Cookies nichts.

Meine Oliven waren schnöde aus dem türkischen Laden (die einzigen ohne irgendwelche Es), das verwendete Olivenöl ist ein toskanisches aus der Maremma, genauer gesagt von der Frantoio Andreini aus Poggioferro bei Scansano.

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Chocolate Chip Cookies

(ca. 30 Kekse)

Zutaten:

  • 125 ml Olivenöl
  • 170g Zucker (Rohrohrzucker)
  • 1/2 TL Natron
  • Salz (ca. 1/2 TL)
  • 1 Ei
  • 170g Mehl
  • 1 EL Kakao
  • 70g grob gehackte dunkle Schokolade mit 70%
  • 50g entkernte, gewässerte, gehackte schwarze Oliven

Zubereitung:

Olivenöl, Zucker, Natron, Salz und Ei etwa 5 Minuten kräftig miteinander verrühren. Mehl und Kakao sieben, unterheben. Schokolade und Oliven unterrühren.

2 Studen im Kühlschrank ruhen lassen. Teig in 30 Stücke teilen. Zu flachen Talern formen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech setzen. Etwa 15 Minuten bei 180°C im vorgeheizten Ofen backen.

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Chocolate Chip Cookies with Olives

(makes 30)

This is my contribution to the „Kochtopf Blog Event LI“ Olives and Olive Oil. It is a recipe by Norbert Niederkofler, chef in the St.Hubertus in St.Kassian, South Tyrol.

Although the combination of chocolate and olives sounds weird at first, it really was a love at second sight. The olives are not too overpowering but give the cookies a certain something. And the olive oil does wonders to the cookie dough. We had a glass of rosé Champagne with it. Try it!

  • 125 ml olive oil
  • 170g caster sugar
  • 1/2 tsp baking soda
  • 1/2 tsp salt
  • 1 egg
  • 170g plain flour
  • 1 tbsp cocoa powder
  • 70g dark chocolate (70%), chopped
  • 50g pitted black olives, soaked in water and chopped

Put olive oil, caster sugar, baking soda, salt and egg in a bowl and beat for 5 minutes. Sieve the flour and cocoa together, then add to the oil and sugar mixture. Fold in the olives and chocolate chips. Put the dough in the fridge for two hours to let it rest.

Set the oven at 180°C. Divide the dough into 30 pieces and form each piece into a flattened disk Bake on a non-stick baking sheet (or use baking parchment) for 15 minutes.

Serve still slightly warm with port or champagne, althoug they are still delicious the next day.

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