Linsen mit Zwiebeln und Chili

Ein unscheinbares Gericht, aber dermaßen lecker, dass ich das dieser Tage gleich nochmal machen muss. Ein Linsen-Dal scheint nicht ideal zu sein für die kommenden schwülen Tage, aber das täuscht. Wirklich, das täuscht. Wie schon Brot Josef sagte, was gut ist gegen die Kälte, hilft auch gegen die Hitze. Besagter Brot Josef (ein Allgäuer Original, das ich auch nur von seinen Zitaten kenne, und von dem ich nicht beschwören könnte, dass es ihn tatsächlich gab) trug diese Bemerkung a) allerdings in einem Dialekt vor, den die meisten nicht verstehen würden und bezog  sie b) auf den dicken Mantel, den er auch im Sommer trug.

Ein anderer Brot-Josef-Spruch ist (das geht nicht auf Hochdeutsch) ‚viel Schwätza git Kopfweh‘. In diesem Sinne, das Rezept:

Braune Linsen mit Zwiebeln und Chili

(Quelle: Raghavan Iyer: 660 Curries)

Zutaten:

  • 1 Tasse braune Linsen
  • 1 mittelgroße rote Zwiebel in große Würfel geschnitten (Ruby: weiße Zwiebel)
  • 2 EL Ghee oder Öl
  • 1 TL Senfkörner (gelb oder braun)
  • 2 TL Tomatenmark (Ruby: 1/2 Tasse stückige Tomaten)
  • 2 TL gehackter Koriander
  • 1  1/2 TL Salz
  • 1/4 TL Kurkuma
  • 3-5 grüne Chilis (Ruby: 1 grüne gehackt, ein paar rote ganz)

Zubereitung:

1. Laut Rezept sollen die Linsen gewaschen und dann über Nacht eingeweicht werden, meines Erachtens ist das nicht nötig.

2. Die Linsen mit der Zwiebel und 4 Tassen Wasser in einen Topf geben und zum Kochen bringen. Gegebenenfalls Schaum abschöpfen, kochen, bis sie gar sind.

3. In der Zwischenzeit das Ghee oder Öl in einer kleinen Pfanne erhitzen, die Senfkörner reingeben, den Deckel auflegen und warten, bis die Senfkörner in der Pfanne platzen.  Dann die restlichen Zutaten himnzufügen und ein paar Minuten kochen lassen. Den Koriander habe ich erst ganz zum Schluß dazugegeben.

4. Die Mischung zu den gekochten Linsen geben und das Ganze nochmal ein paar Minuten kochen lassen und servieren.

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Schnee-Curry

Blog-Event LIIIDer Blog-Event LIII läuft unter dem Motto ‚Weiß wie der Schnee‘. Schnee? Was für Schnee? Wir haben keinen, nur noch klitzekleine dreckig-schwarze Reste von dem ‚Schneele‘ letzte Woche. Winter steht hier eher für Hochnebel…

Nichtsdestotrotz kommt hier mein Beitrag: ein schneeweißes Curry. Oder besser, ein vollmondnachtweißes Curry. Camellia Panjabi erzählt in ihrem Kochbuch Indische Currys vom Mogul-Kaiser Shahjehan, dem Erbauer des Taj Mahal, der in Vollmondnächsten im Fort von Agra Bankette gegeben hat, die ganz in Weiß gestaltet waren. Dekoration, Blumen, Kleidung, sogar das Essen, alles mußte weiß sein. Hier wurde auch safed murgh korma serviert, ein weißes Hühnercurry, das sehr mild und aromatisch ist. Die Zubereitung klingt komplizierter als sie ist, der Geschmack entlohnt auf jeden Fall alle Mühen!

Ursprünglich wurde das Curry nur mit Mandeln zubereitet, in seiner späteren Form jedoch aus Mandeln und Cashewnüssen. Ich habe hier nur Mandeln genommen. Wer mag kann auch noch einen Teelöffel gemahlene Rosenblätter hinzufügen. Das Original sieht nur 4 Kardamomkapseln vor, auch hier habe ich mehr genommen.

Safed Murgh Korma

(für 4-6 Personen)

Zutaten:

  • 1,5 TL weiße Mohnsamen
  • 150g Sahnejoghurt
  • 2 EL Ghee (oder Butterschmalz)
  • 100g gehäutete Mandeln
  • 2 Lorbeerblätter
  • 350g Zwiebeln, gehackt
  • 3 grüne Chilis, gehackt
  • 10 grüne Kardamomkapseln
  • 2 TL feingehackter Knoblauch
  • 2 TL feingehackter Ingwer
  • 1 grüne Chilischote
  • 1 Nelke
  • 1 kg Hühner- oder Putenfleisch (ohne Haut und Knochen) in Stücken oder Streifen
  • 1/2 TL geriebene Muskatnuß
  • 1/2 TL gemahlene Muskatblüte
  • Salz

Zubereitung:

Die Mohnsamen ca. 1 Stunde in einem Glas Wasser einweichen. Danach das Wasser abgießen und die Mohnsamen im Mörser zu einer Paste verreiben.

Den Joghurt in ein Mulltuch geben, das Tuch aufhängen und ca. 1 Stunde abtropfen lassen.  Dann den Joghurt in einer Schüssel aufschlagen. Ich habe griechischen 10%igen Joghurt genommen, der muß nicht abgetropft werden (und spart einem diesen Schritt).

1 EL Ghee in einem Topf erhitzen, darin die Mandeln und Lorbeerblätter 7-8 Minuten bei mittlerer Hitze braten. Danach die Zwiebeln dazugeben und ca. 10 mit leichter Farbe anschwitzen. Gehackte Chili, Kardamom und die Mohnpaste 3-4 Minuten mitschwitzen.

250 ml Wasser zugießen und alles 10 Minuten köcheln lassen. Den Topf vom Herd nehmen, die Lorbeerblätter entfernen und abkühlen lassen. Dann alles im Mixer zu einem glatten Püree verarbeiten.

1 EL Ghee in den Topf geben. Knoblauch, Ingwer, die ganze grüne Chili und die Nelke zugeben. Nach 1 Minute die Hühnerstücke dazugeben und anbraten.

Sobald der Fleischsaft verdampft ist, unter ständigem Rühren den Joghurt zufügen.Muskatnuß und Muskatblüte unterrühren und mit Salz abschmecken.

Die liebevoll bereitete Mandelpaste wird im Originalrezept nie wieder erwähnt, ich fand aber den Zeitpunkt gekommen, sie wieder ins Spiel zu bringen und habe sie an dieser Stelle zum Fleisch gegeben. Das Ganze gießt man dann mit 200-350 ml Wasser auf und gibt nach Geschmack nochmal grüne Chilis dazu. Das Hühnerfleisch lässt man nun in ca. 30 Minuten bei milder Hitze gar köcheln. Nochmal abschmecken und mit Basmatireis servieren.

Hühnercurry – „un-englisch“

Dies ist ein Hühnercurry, das im Original von Nigel Slater (who else?!) den schönen Namen ‚a creamy, colourful, fragrant chicken curry‘ trägt. Er nennt es ein absolut unauthentisches Gericht, weil es Crème fraîche enthält. Puristen mag das aufregen, aber die brauchen das ja auch nicht kochen. Nun bin ich alles andere als eine Puristin, aber die Crème fraîche hab ich trotzdem weggelassen. Allerdings hatte ich einfach keine (und keinen Joghurt). Deswegen habe ich quasi als Notlösung Kokosmilch genommen. Und wie immer noch ein paar Änderungen eingebaut, manche aus Daffke, andere aus Notwendigkeit.

Nigel Slater empfiehlt das Curry an einem Wochenende zu machen, weil es zwar ein Klacks ist, das Rezept aber relativ umfangreich ist. Das muss jede für sich entscheiden, ich fand es nicht übermäßig aufwendig und eine Marinierzeit von 30 Minuten passt auch nach Feierabend noch manchmal rein. Wenn man aber die Hühnerkeulen nimmt, wie im Originalrezept, dann müssen die wenn alles fertig ist, tatsächlich nochmal ein bisschen im Ofen knusprig gebacken werden, das zieht sich dann schon.

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Hühnercurry ‚un-englisch‘

für 2 Personen

Zutaten:

Trockenmarinade:

  • 10 Kapseln grüner Karadamom
  • 1 TL Kreuzkümmel
  • 1/2 TL Chiliflocken
  • Öl
  • 1 doppelte Hühnerbrust

Sauce:

  • Öl
  • 2 mittlere Zwiebeln, grob gehackt
  • 1 daumengroßes Stück Ingwer
  • 3 Knoblauchzehen in dünne Scheiben
  • 1 Bund Koriandergrün
  • 1 TL Chiliflocken
  • 1 TL Kreuzkümmel
  • 1/2 TL gemahlener Kurkuma
  • 6 Tomaten, grob gehackt
  • 1/2 Päckchen Kokosmilch (original: 4 geh. EL Joghurt)
  • Saft einer halben Zitrone
  • (original: 4 geh. EL Crème fraîche)

Zubereitung:

1. Die Kardamomkapseln aufbrechen und die Samen zusammen mit dem Kreuzkümmel im Mörser grob mahlen. Mit den Chiliflocken, einem TL Salz und etwas frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer mischen. In einer flachen Schüssel mit ca. 2 EL Öl mischen, so dass eine dünne Paste entsteht. Wenn man ganze Hühnerteile verwendet, werden diese mit der Paste eingerieben (und bloß nicht die Haut entfernen!). Ich habe die Hühnerbrust in Streifen geschnitten und diese mit der Paste vermischt. Das Fleisch 30 Minuten marinieren.

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2. Soviel Öl in einen Topf gießen, dass der Boden gerade eben bedeckt ist. Bei mittlerer Hitze Zwiebeln, Ingwer (in dünnen Scheiben) und Knoblauch hinzufügen, ca. 10 Minuten dünsten, bis die Zwiebeln glasig werden. Nun die Hälfte des Korianders (kleingehackt, auch die Stiele), die Chiliflocken, den Kreuzkümmel und Kurkuma dazugeben, 2 Minuten dünsten, dann aus der Pfanne nehmen und beiseite stellen. Ich habe die Fleischstreifen mit zu den Zwiebeln gegeben, weil sie nicht bräunen müssen.

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3. Nochmal etwas Öl in die Pfanne geben, die Hitze hochschalten und das Hühnerfleisch anbraten. Wenn das Fleisch Farbe hat, dann gibt man die Zwiebelmischung wieder dazu, ebenso die gehackten Tomaten (und ggf. anderes Gemüse wie Paprika) und Joghurt (bzw. Kokosmilch). Aufkochen lassen, dann den Deckel auflegen und simmern lassen, bis das Fleisch durch ist, bei Hühnerkeulen ca. 30 Minuten, Fleischstreifen entsprechend kürzer. Wer Hühnerkeulen genommen hat, nimmt diese dann aus der Sauce und bäckt sie mit der Haut nach oben im Ofen bei 180° einige Minuten. Derweil wird die Sauce mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer abgeschmeckt. Am Schluß Crème fraîche und restliches Koriandergrün unterrühren.

chick_curry5Ich habe weniger Tomaten genommen, als im Rezept vorgesehen, dafür aber noch eine rote Paprika mitgekocht. Statt Koriandergrün gabs Limettenblätter (die müssen ein bisschen mitkochen, aber nicht zu lange), und statt Salz habe ich Fischsauce genommen.

Unwetter und Kardamom – Murghi Elaichi

Bei dem vielen Regen diesen Sommer braucht man was, was die Seele wärmt und einem das Gefühl gibt, dass alles gut wird. Sogar die Katze hat wohl das Gefühl, sich was Gutes tun zu müssen. Anders kann ich mir das peinlich sauber geleckte Katzenfutterschälchen hinterm Schreibtisch nicht erklären. Wo hat sie das Zeug bloss her?! Schmuggelt jemand heimlich Futterschälchen in unsere Wohnung? Klaut sie das beim Nachbarn und trägt es heim? Naja, egal. Auf jeden Fall hilft bei kalten Füßen und zu viel Regen zur Unzeit nur eins: Kardamom.

MurghiElaichi

Murghi Elaichi – Hühnercurry mit Kardamom

nach Raghavan Iyer: 660 Curries

für 2 Portionen

Zutaten:

2 EL  Ingwerpaste*

1 EL Knoblauchpaste*

1 TL grüner Kardamom, frisch gemahlen

1/2 TL Cayennepulver

1/2 TL grobes Salz

1/4 TL Kurkuma, gemahlen

4 Hähnchenkeulen ohne Haut (ich habe eine Hähnchenbrust genommen)

1 EL Rapsöl

1 mittelgroße rote Zwiebel, halbiert und in Scheiben geschnitten

2 Lorbeerblätter

1 Zimtstangen

Spinat, Tomaten

2 EL gehacktes Koriandergrün

*Ingwer bzw. Knoblauch schälen und mit wenig Wasser im Mixer fein pürieren, ich hab beides gleich zusammen püriert.

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Zubereitung:

1. Die Ingwer-Knoblauchpaste (bwz. beide Pasten), den Kardamom, Cayenne, Salz und Kurkuma in einer kleinen Schüssel gut mischen. Die Hähnchenteile damit einreiben und abgedeckt in den Kühlschrank stellen – mindestens eine halbe Stunde oder über Nacht.

2. Das Öl in einem Topf bei mittlerer Hitze erwärmen. Die Hähnchenteile, Zwiebel, Lorbeerblätter und Zimtstange dazugeben. Das Fleisch etwas anbraten, die Zwiebeln sollten weich werden und etwas Farbe annehmen. Ab und zu rühren bis sich auf dem Topfboden ein brauner Belag aus Gewürzen und Zwiebeln bildet, ca. 20 Minuten.

3. 1 Tasse Wasser dazugeben und den Topfboden freikratzen. Die Temperatur etwas reduzieren, den Topf abdecken und köcheln lassen, bis das Fleisch ganz weich ist. Öfter mal etwas von der Sauce über die Hähnchenteile geben.

4. Wenn das Fleisch weich ist, kann man die Sauce noch etwas einkochen, war bei mir aber nicht nötig.

Ich hatte Hähnchenbrust in Streifen statt Hähnchenschlegeln, die gart schneller. Außerdem habe ich noch ein bisschen Spinat und Tomaten dazugegeben. Das Rezept hatte ich im Prinzip halbiert, Ingwer und Knoblauch hab ich aber in der ursprünglichen Menge belassen.